
Für den MC, 2009 zu Weihnachten. Canvas (Leinwand) weiß 90×30 cm, Acryl und Permanent Marker.
Der MC (gesprochen wird das “Emmsieh”) hat sich nämlich so ein Poster gewünscht, mit dem Headshot Mädchen von North Dragon (Modemarke) drauf. War mir viel zu brutal und deshalb konnte ich nicht so einfach so’n Poster kaufen. Der MC hat so’n zartes Gemüt. Dachte mir, die groteske Bildkraft könnte man entschärfen wenn statt des monströsen Blutbatzens etwas Freundliches auf dem schmalen Hals des Schulmädchens sitzen würde. Eine Blume, oder eine dicke Katze. Das Butterfly Suicide Motiv braucht also den Awesome Guy aus /b/.
Grundiert habe ich mit Schwarz und Weiß, nicht sehr ordentlich, so dass an einigen Stellen die versiegelte Leinwand sichtbar ist. Zuerst habe ich von einem North Dragon T-Shirt, das ich zufälligerweise besitze ^^ das Schulmädchen abgepaust, auf normales Butterbrotpapier. Dabei ist mir wieder einmal aufgefallen, dass der rechte Arm des Mädchens übermäßig dick ist und unnatürlich wirkt. Deswegen und weil das mit dem Übertragen vom Pauspapier auf Leinwand eh nicht funktioniert hat, habe ich diese Vorlage mit zwei kleinen Fetzen Transparentklebefilm auf die Leinwand geklebt. Direkt daneben habe ich Linie für Linie mit Bleistift vorgezeichnet. Ein normaler HB Bleistift auf gut getrockneter Acrylfarbe lässt sich mit einem saubereren Radiergummi gut radieren, falls etwas schief geht.
Die Skizze habe ich mit eine Staedtler Lumcolor 318 permanent vorsichtig nachgezeichnet und mit dem dicken und sehr flüssigen Stabilo OHPen universal Stärke M ausgemalt. Zwei bis drei Schichten sind nötig, weil der Stabilo bei zu dünnem Auftrag bläulich transparent färbt.

Anschließend habe ich einen Bleistift Kreis für den Smiley Kopf gezeichnet, mithilfe eines Schaumstoffringes, den ich noch irgendwo hatte. Der Kreis wurde mehrfach mit einem schönen Gelbton (Acrylfarbe, wenig Wasser) ausgefüllt. Um trotz dickem Farbauftrag eine glatte Fläche zu bekommen, habe ich die Pinsel (2er und 4er) immer in eine Richtung gestrichen. Da die rechte Kopfseite eh durch einen Schuss mit der Pistole aufreißen würde, habe ich dort einfach die Farbe hingestrichen, die ansonsten zuviel gewesen wäre. Dadurch hat sich eine kleine, fein ausgefranzte Erhebung ergeben. Bei Licht von oben oder von der Seite wirft sie einen Schatten und lässt den Kopf, beziehungsweise die Schusswunde, etwas plastischer erscheinen. Wenn die Farbe angetrocknet ist, habe ich sie mit ein wenig Wasser auf der Pinselspitze noch einmal oberflächlich angefeuchtet und den Smiley geglättet.

Damit die Acrylfarbe insgesamt schneller trocknet, habe ich mit einem uralten Fön auf maximaler Stufe drübergeheizt. Vorsicht, Brandgefahr.
Mit einem Bleistift konnte ich nun auf die gelbe Fläche des Smiley Gesichts die awesome lachende Mimik aufzeichnen. Für Auge und Mund reichten die Umrisse. Augen habe ich mit reinem Weiß ausgemalt, für den Mund habe ich zwei fleischige Violett-Rosa-Töne zusammengemischt. Das hellere Lila konnte ich gleich für das bisschen herumspritzende Gehirn nutzen. Nachdem alles trocken war, kamen die outlines mit dem feuchten OHPen hinzu und Misses Awesome Headshot war fertig. Zeit für Blut.
Das Blut ist, um relativ realistisch zu wirken eher dunkel gehalten. Viel rot, ein klein wenig Blau und noch weniger Schwarz haben in verschiedenen Mischverhältnisse, verschiedene Rottöne ergeben. mit der Spitze des 1er Pinsels war es nicht schwer, ein paar Zacken ins Gesicht hineinzumalen und die Gehirn Stücke an einigen Stellen zu überpinseln.

Die Schmetterlinge habe ich bewusst mal heller und mal dunkler gemalt, mal plastischer durch dickeren Farbauftrag und mal verschwommener, gröber und mit weniger Farbe oder sogar etwas Wasser. Oft habe ich die Körper der Butterflies mit helleren Tönen aufgebatzt, damit sie sich durch die Farbnuance und einen Schlagschatten von den Flügeln abheben.
Einen Fehler an der leeren Hand des selbstmordenden Mädchens habe ich mit einem weißen Edding Pigmentstift (leicht ausgetrocknet) gebleicht und mit dem Taschentuch so verrieben, dass es fast nicht mehr zu sehen ist. Jetzt nach der Beschreibung wird’s aber wohl allen immer ins Auge stechen.
Was haltet Ihr vom Ergebnis und was hättet Ihr anders gemacht?

Aber dann haben wir uns verchattet und ich hab diesen angefangenen Blogpost nicht mehr fertig geschrieben. War ganz schön, die gute alte Tina wieder zu lesen. Der Zufall, dass Tina mich im ICQ getroffen hatte ließ mich 2 Tage danach, nämlich heute, darüber nachdenken, ob man zu Weihnachten auch alte Bekannte anquatschen soll. Irgend ‘ne Kontaktmöglichkeit gibt’s immer. Mancheiner hat sogar noch die selbe Handynummer, wie vor zwei Jahren, oder die e-Mail Adresse existiert noch. Einigen kann man auch ne Postkarte an die Adresse der Eltern schreiben. Was haltet Ihr davon? Ich will’s nicht pauschalisieren, aber es ist ‘ne gute Idee. Manchmal wird aus so einer Reanimation alter Verknüpfungen wieder eine zeitintensive Freundschaft. Kann ja sein, dass man sich dann wieder öfters trifft oder sogar beruflich miteinander projektiert. Ach, dieses Fest der Liebe ist schon ne tolle Erfindung. Still sollte die Adventszeit jedenfalls nicht sein. Kommunikation lohnt doch jetzt umso mehr. Die Termine sind bei allen relativ ähnlich geregelt. Twitter beweist es übrigens, denn die einzigen Tweets, die ich seit gestern lese lauten ungefähr so:



